Rückenmarkstimulation
als Chance bei therapieresistenten Schmerzen
Chronische Schmerzen können jeden Lebensbereich überschatten. Sie rauben Energie, Schlaf und oft auch das Vertrauen in den eigenen Körper. Viele Patienten haben bereits zahlreiche Behandlungen hinter sich, ohne die erhoffte Linderung zu spüren. In solchen Fällen entsteht das Gefühl, in einem Zustand festzustecken, aus dem es keinen Ausweg mehr gibt.
Die Rückenmarkstimulation kann hier eine Perspektive eröffnen: Sie kommt bei unterschiedlichen Krankheitsbildern zum Einsatz, bei denen konservative Maßnahmen wie Medikamente, Physiotherapie oder Injektionen nicht ausreichend helfen. Durch elektrische Impulse, die über einen implantierten Neurostimulator abgegeben werden, lassen sich Schmerzsignale abschwächen, sodass Ihr Alltag wieder leichter und beschwerdeärmer werden kann.
Seit vielen Jahren habe ich mich als Neurochirurg auf die Nervenstimulation spezialisiert und begleite Sie einfühlsam durch jede Phase der Behandlung. Wenn Ihnen bereits eine Diagnose vorliegt, Sie sich über diese Therapieform informieren möchten und eine persönliche Einschätzung wünschen, können Sie sich gerne an mich wenden.
Spezialisierte
Expertise
Bei Patienten mit chronischen Schmerzsyndromen setze ich seit vielen Jahren Verfahren der Rückenmarkstimulation ein. Meine praktische Erfahrung hilft dabei, die Elektroden optimal zu platzieren und die Behandlung auf Ihr persönliches Schmerzprofil auszurichten.
Begleitung auf
Augenhöhe
Bevor wir über eine Rückenmarkstimulation entscheiden, erhalten Sie einen Überblick über Wirkprinzip, Chancen und Grenzen der Methode. Im persönlichen Gespräch klären wir gemeinsam, ob dieses Verfahren zu Ihren Beschwerden passt. Sie sollen genau wissen, was auf Sie zukommt und welche Möglichkeiten Sie haben.
Minimalinvasive
Implantation
Der Eingriff selbst wird über sehr kleine Hautöffnungen durchgeführt, sodass Muskeln und Weichteile bestmöglich geschont werden. Moderne Systeme erlauben mir eine feine Anpassung der Stimulationsimpulse, wodurch Patienten im Alltag eine deutliche Entlastung spüren und wieder mehr Bewegungsfreiheit zurückgewinnen können.
Bei welchen Beschwerden kommt die Rückenmarkstimulation zum Einsatz?
Viele Patienten fragen sich, bei welchen konkreten Beschwerden eine Rückenmarkstimulation überhaupt in Betracht kommt. Das Verfahren wird vor allem dann eingesetzt, wenn Schmerzen dauerhaft bestehen (v. a. neuropathische Schmerzen), den Alltag stark beeinträchtigen und andere Therapien nicht ausreichend geholfen haben. Typisch sind folgende Situationen:
- Nervenschmerzen an Armen oder Beinen bei diabetischer Polyneuropathie: Wenn dauerhaft brennende, kribbelnde oder stechende Missempfindungen auftreten, die trotz Medikamenten bestehen bleiben.
- Ausstrahlende Brust- oder Armschmerzen bei koronarer Herzkrankheit: Bei einer therapieresistenten Angina pectoris kann die Stimulation helfen, die Schmerzintensität zu reduzieren und Belastungen wieder besser auszuhalten.
- Durchblutungsbedingte Beinschmerzen bei arterieller Verschlusskrankheit: Besonders wenn selbst kurze Gehstrecken zur Qual werden und andere Maßnahmen keine ausreichende Linderung bringen.
- Phantom- und Stumpfschmerzen nach Amputation: Die Stimulation kann dabei unterstützen, anhaltende, schwer zu behandelnde Schmerzempfindungen zu mildern.
- Ausstrahlende Beschwerden nach Nervenläsionen: Dazu gehören Schmerzen nach Operationen an Wirbelsäule, Gefäßen oder der Leistenregion sowie nach traumatischen Nervenverletzungen, die dauerhaft in Arm oder Bein ausstrahlen.
Ist ein Neurostimulator eine mögliche Option für Ihre Beschwerden?
Wenn Ihnen bereits ein Befund vorliegt und konservative Behandlungen Ihre chronischen Schmerzen nicht ausreichend lindern konnten, kann eine Rückenmarkstimulation eine sinnvolle Möglichkeit sein. Viele Patienten entscheiden sich für eine genaue Abklärung, sobald der Schmerz den Alltag dauerhaft einschränkt oder trotz Medikamenten immer wiederkehrt. In einem persönlichen Gespräch klären wir, ob ein Neurostimulator in Ihrem Fall infrage kommt und welche Ergebnisse realistisch sind.
Wie funktioniert die Rückenmarkstimulation?
Die Rückenmarkstimulation greift dort ein, wo die Schmerzsignale im Rückenmark weitergegeben werden. Entlang des Rückenmarks laufen diese Signale wie über eine Leitung nach oben Richtung Gehirn. In diesem Bereich werden feine Elektroden platziert, über die ein kleiner implantierter Neurostimulator sehr schwache elektrische Impulse aussendet.
Diese Impulse verändern die Schmerzsignale, noch bevor sie das Gehirn erreichen. Der Schmerzreiz wird dadurch abgeschwächt und verliert an Intensität. Viele Patienten beschreiben, dass der Schmerz zwar nicht völlig verschwindet, aber deutlich abnimmt und sie sich wieder freier bewegen können.
Welche Bestandteile hat das Neurostimulationssystem?
Ein Neurostimulationssystem besteht aus mehreren Komponenten, die miteinander arbeiten, um die Schmerzsignale zu beeinflussen.
- Neurostimulator: Dieses kleine Gerät wird unter der Haut im Gesäß eingesetzt. Es erzeugt elektrische Impulse, die an das Rückenmark weitergeleitet werden. Viele Patienten nehmen ihn nach kurzer Zeit kaum noch wahr.
- Elektroden: Dabei handelt es sich um sehr dünne, flexible Leitungen, die im Epiduralraum, also in unmittelbarer Nähe zum Rückenmark, liegen. Sie geben die Impulse des Neurostimulators dort ab, wo die Schmerzsignale beeinflusst werden sollen.
- Programmiergerät für den Arzt: Mit diesem Gerät stelle ich als Ihr behandelnder Neurochirurg die Stimulation individuell auf Ihre Beschwerden ein.
- Programmiergerät für Patienten: Dieses praktische Gerät bekommen Sie selbst an die Hand. Damit können Sie, innerhalb festgelegter Grenzen, die Stärke der Stimulation anpassen.
Haben Sie das Gefühl, mit Ihren Schmerzen nicht weiterzukommen?
Chronische Schmerzen können sehr belastend sein. Das gilt besonders dann, wenn verschiedene Therapien ausprobiert wurden, aber die Beschwerden nicht besser werden oder immer wieder zurückkehren. Viele Patienten erleben an diesem Punkt eine Unsicherheit und fragen sich, ob es noch eine Möglichkeit gibt, ihren Alltag wieder beschwerdeärmer zu bestreiten.
Die Rückenmarkstimulation kann in solchen Situationen eine hilfreiche Option sein. Sie bietet die Chance, Schmerzen spürbar zu reduzieren. Wenn Sie wissen möchten, ob diese Behandlung auch für Ihre Beschwerden geeignet ist, berate ich Sie gerne in einem persönlichen Gespräch.
Wie läuft die Behandlung ab?
Viele Patienten fühlen sich sicherer, wenn sie genau wissen, was während der Rückenmarkstimulation passiert. Deshalb möchte ich Ihnen den Ablauf erklären. Sie sollen verstehen, welche Schritte aufeinander folgen und welche Entscheidungen wir gemeinsam treffen.
1.
Platzierung der Elektroden
In einem ersten Eingriff werden ein oder zwei kleine Elektroden in Vollnarkose über eine Nadelpunktion im Wirbelkanal platziert. Sie selbst bekommen von diesem Vorgang nichts mit, es sei denn Sie möchten die Maßnahme lieber in lokaler Betäubung durchführen lassen.
2.
Start der Probestimulation
Nach der Operation aktiviere ich zusammen mit dem Techniker der beteiligten Neurostimulations-Firma das System für die Probephase. Über die Elektroden werden schwache elektrische Impulse abgegeben. Dabei stelle ich die Stimulation so ein, dass sie Ihr schmerzhaftes Körperareal bestmöglich abdeckt.
3.
Probephase im Alltag
Sie gehen nach Hause und testen die Rückenmarkstimulation in Ihrem normalen Alltag. Diese Phase dauert in der Regel ein bis zwei Wochen. In dieser Zeit können Sie beobachten, wie sich Ihre Schmerzen verändern und ob Sie eventuell weniger Bedarfsmedikamente benötigen (die Dauer-Schmerzmedikation sollte in der Testphase unverändert beibehalten werden).
4.
Auswertung der Wirkung
Nach der Probephase werten wir gemeinsam aus, wie gut die Stimulation geholfen hat. Von einer guten Wirkung spricht man meist, wenn die Schmerzen um 50 Prozent oder mehr zurückgegangen sind.
5.
Entscheidung für die dauerhafte Implantation
Wenn die Probestimulation erfolgreich war, folgt ein zweiter Eingriff: Der Neurostimulator wird dauerhaft unter der Haut eingesetzt und mit den Elektroden verbunden.
Jetzt mit Dr. Klase Kontakt aufnehmen
Starten Sie Ihre Anfrage in wenigen Schritten: Über unseren kurzen Eignungs-Check können wir schnell prüfen, ob unsere spezialisierte Behandlung für Ihre Diagnose geeignet ist.
Häufig gestellte Fragen & Antworten zur Rückenmarkstimulation
Die folgenden Informationen geben Ihnen eine erste Orientierung zu häufigen Fragen rund um die Rückenmarkstimulation. Sie ersetzen jedoch kein persönliches Gespräch. Wenn Sie wissen möchten, ob diese Behandlung für Ihre Beschwerden geeignet sein könnte, bespreche ich das gerne ausführlich mit Ihnen in einem individuellen Beratungstermin.
Was spüre ich während der Rückenmarkstimulation?
Moderne Stimulations-Systeme arbeiten so gleichmäßig, dass viele Patienten während der Stimulation gar nichts Unangenehmes spüren. Die Behandlung läuft leise im Hintergrund und beeinflusst die Schmerzsignale, ohne ein Kribbeln oder andere störende Empfindungen auszulösen. Falls Sie die Intensität anpassen möchten, können wir die Einstellungen jederzeit gemeinsam verändern. Innerhalb der vorgegebenen Grenzen können Sie auch selbst über Ihr Steuergerät Anpassungen vornehmen.
Wann machen sich die ersten Ergebnisse der Rückenmarkstimulation bemerkbar?
Wie schnell sich eine Besserung zeigt, ist von Patient zu Patient unterschiedlich. In den ersten Wochen passe ich die Einstellungen der Stimulation schrittweise an, damit sie möglichst genau zu Ihren Beschwerden passt. Viele Patienten berichten, dass sie nach einiger Zeit deutlich merken, wie die Schmerzen nachlassen und der Alltag wieder leichter wird.
Kann ich mit einem Neurostimulator meinen Alltag wie gewohnt leben?
Die meisten Patienten können nach der Implantation ihren Alltag weitgehend normal gestalten. Viele Tätigkeiten sind ohne Einschränkungen möglich. In einigen Situationen können jedoch Anpassungen nötig sein, zum Beispiel bei bestimmten medizinischen Untersuchungen. So sind beispielsweise nicht alle MRT-Geräte mit implantierten Stimulatoren kompatibel.
Welche Risiken birgt die Rückenmarkstimulation?
Die Implantation des Neurostimulators und der Elektroden findet in einem streng kontrollierten, sterilen Umfeld statt und wird von einem eingespielten Operationsteam durchgeführt. Dadurch treten allgemeine Operationsrisiken wie Infektionen, Blutungen oder Probleme bei der Wundheilung eher selten auf. In wenigen Fällen kann es zu technischen Problemen kommen, zum Beispiel durch ein Verrutschen sowie eines Bruches einer Elektrode oder eine Störung des Geräts. Sollte so etwas auftreten, lässt sich dies in der Regel durch einen operativen Eingriff gut korrigieren.