Ihr Neurochirurg in Hamburg – Facharztpraxis für spezialisierte Schmerztherapie

Spezialisierte periphere Nervenchirurgie

Tarsaltunnelsyndrom-OP: Wenn konservative Behandlungen nicht helfen

Die Diagnose Tarsaltunnelsyndrom steht, doch Einlagen, Physiotherapie und Injektionen bringen keine dauerhafte Besserung? Brennende Schmerzen, Kribbeln und Taubheitsgefühle in der Fußsohle schränken Ihren Alltag ein, besonders nachts und nach längerer Belastung. Als Neurochirurg mit dem Schwerpunkt der peripheren Nervenchirurgie biete ich Ihnen einen operativen Weg zur dauerhaften Entlastung des eingeklemmten Nervus tibialis am Innenknöchel.

Spezialisierte Nervenchirurgie

Die Tarsaltunnelsyndrom-OP verlangt präzises, nervenschonendes Arbeiten – auch die begleitenden Gefäße im Tarsaltunnel müssen sorgfältig geschont werden. Ich führe diesen Eingriff mikrochirurgisch durch und lege besonderen Wert auf den Erhalt Ihres Nervs.

Umfassende Aufklärung

Vor dem Eingriff nehme ich mir ausdrücklich Zeit für Sie. Sie erfahren, welche Schritte der Eingriff umfasst, wie lange die Tarsaltunnelsyndrom-OP dauert und was Sie in der Erholungsphase erwartet.

Nerv erhalten, Schmerz beheben

Mein Ziel ist die dauerhafte Entlastung des Nervus tibialis durch die Spaltung des Retinaculum flexorum, ohne den Nerv selbst zu verletzen. Das Gefühl in der Fußsohle sollte langsam zurückkommen und die brennenden Schmerzen schrittweise verschwinden.

Auf einen Blick

Wissen kompakt: Eckdaten zur Tarsaltunnelsyndrom-OP

  • Eine Tarsaltunnelsyndrom-OP wird erst erwogen, wenn 8 bis 12 Wochen konservative Therapie mit Einlagen, Physiotherapie und Medikamenten keine Besserung erzielt haben.
  • Operationsziel ist die Spaltung des Retinaculum flexorum zur dauerhaften Dekompression des eingeklemmten Nervus tibialis am Innenknöchel.
  • Der mikrochirurgische Eingriff erfolgt gewebeschonend; die begleitenden Gefäße im Tarsaltunnel werden sorgfältig geschont.
  • Die Krankschreibung beträgt typischerweise 4 bis 6 Wochen, bei sitzender Tätigkeit ist die Rückkehr oft nach 2 bis 3 Wochen möglich.
  • Die Erfolgsrate liegt bei gesicherter Diagnose bei etwa 70 %, in einzelnen Studien bei bis zu 90 %.
  • Eine frühzeitige Operation verbessert die Prognose: Je kürzer die Kompression besteht, desto besser erholt sich der Nerv.

Der richtige Zeitpunkt

Wann ist die Tarsaltunnelsyndrom-OP sinnvoll?

Zu mir kommen Patienten, bei denen konservative Behandlungsversuche wie Schuheinlagen mit medialer Gewölbestütze, entzündungshemmende Medikamente (NSAR), Physiotherapie mit Dehnübungen oder in Ausnahmefällen Kortisoninfiltrationen keine ausreichende oder dauerhafte Wirkung gezeigt haben.

Bleiben die Beschwerden nach etwa 8 bis 12 Wochen konsequenter konservativer Therapie bestehen oder verschlechtern sie sich, ist der operative Eingriff der konsequente nächste Schritt. Folgende Zeichen sprechen für eine Tarsaltunnelsyndrom-OP:

  • Anhaltende Schmerzen und Missempfindungen an Fußsohle und Innenknöchel trotz konsequenter konservativer Therapie über mindestens 8 bis 12 Wochen
  • Brennende, einschießende Schmerzen und Kribbeln („Ameisenlaufen“) im Versorgungsgebiet des Nervus tibialis, die besonders in Ruhe und nachts zunehmen
  • Zunehmende Sensibilitätsstörungen mit Taubheitsgefühl in Fußsohle und Zehen, das den Alltag spürbar beeinträchtigt
  • Elektrophysiologisch gesicherte Diagnose (Nervenleitgeschwindigkeit, EMG) mit anhaltenden Beschwerden oder neurologischen Ausfällen
  • Beginnende Muskelschwäche beim Zehenspreizen und Zehengreifen bis hin zum Muskelschwund (Atrophie) der kleinen Fußmuskulatur
  • Raumforderungen im Tarsaltunnel wie Ganglien, erweiterte Venen oder Narbengewebe, die den Nerv nachweislich einengen (darstellbar mittels MRT und/oder Neurosonographie)

Wichtig

Je länger der Nerv komprimiert bleibt, desto geringer sind die Chancen auf eine vollständige Erholung. Eine bereits eingetretene Nervenschädigung durch zu späten Behandlungsbeginn ist oft nicht mehr reversibel. Deshalb rate ich, nicht zu lange zu warten, wenn konservative Optionen ausgeschöpft sind.

Grundlagen verstehen

Was ist das Tarsaltunnelsyndrom?

Das Tarsaltunnelsyndrom (TTS), auch tarsales Engpasssyndrom genannt, bezeichnet eine Einklemmung des Nervus tibialis (Schienbeinnerv) in einem osteofibrösen Kanal hinter dem Innenknöchel des Sprunggelenks. Es gilt als Pendant zum bekannten Karpaltunnelsyndrom der Hand, tritt jedoch deutlich seltener auf.

Der Tarsaltunnel wird durch die knöchernen Strukturen von Innenknöchel, Sprungbein und Fersenbein gebildet und von einem straffen Band, dem Retinaculum flexorum (Halteband der Beugesehnen), überdeckt. Durch diesen Kanal verlaufen neben dem Nervus tibialis auch Sehnen, Arterien und Venen zur Fußsohle. Verengt sich der Kanal, gerät der Nerv unter Druck – mit typischen Beschwerden wie Schmerzen, Kribbeln und Taubheitsgefühlen in der Fußsohle.

Häufige Ursachen des Tarsaltunnelsyndroms

Die Erkrankung entsteht durch mechanischen Druck auf den Nerv an seiner engsten Stelle, dem Durchtritt unter dem Retinaculum flexorum. Folgende Faktoren erhöhen diesen Druck:

  • Verletzungen wie ein Sprunggelenksbruch oder Umknicktraumata – in etwa einem Drittel der Fälle geht dem Syndrom eine Verletzung voraus
  • Ganglien (gutartige Zysten), erweiterte Venen oder andere Raumforderungen wie gutartige Tumore im Tarsaltunnel
  • Verdickung des Sehnengleitgewebes oder Schwellungen nach Überlastung
  • Fußfehlstellungen wie der Knick-Senkfuß, die den Zug auf den Tarsaltunnel erhöhen
  • Diabetes mellitus oder rheumatoide Arthritis als begleitende Nervenstoffwechsel- bzw. Grunderkrankung
  • Schwangerschaft mit erhöhter Schwellungsneigung des Gewebes – hier bessert sich das Syndrom nach der Geburt häufig von selbst
  • Narbenzug nach vorangegangenen Operationen oder Verletzungen im Bereich des Sprunggelenks

Typische Symptome des Tarsaltunnelsyndroms

Da die Beschwerden sich oft schleichend entwickeln, wird die Diagnose nicht selten erst nach Monaten gestellt. Typisch sind:

  • Einschießende oder brennende Schmerzen entlang der Fußsohle und am Innenknöchel
  • Taubheitsgefühle und Kribbeln in Fußsohle und Zehen, häufig als „Ameisenlaufen“ beschrieben
  • Druckschmerz direkt hinter dem Innenknöchel, der sich bei Belastung verstärkt
  • Zunahme der Beschwerden in Ruhe, besonders nachts oder nach längerem Sitzen
  • Muskelschwäche beim Zehenspreizen und Zehengreifen; bei fortgeschrittenem Verlauf kann die Fußmuskulatur schwinden und das Gangbild beeinträchtigt werden

Untersuchung am Innenknöchel zur Diagnostik des Tarsaltunnelsyndroms

Hinweis für alle Betroffenen

Kennen Sie das? Nach einem langen Tag auf den Beinen fällt das Kribbeln in der Fußsohle erst in Ruhe richtig auf. Dieses Muster, bei dem Nervenschmerzen besonders nachts zunehmen, unterscheidet das Tarsaltunnelsyndrom von einer Plantarfasziitis, bei der die Schmerzen vor allem bei den ersten Schritten nach Ruhephasen auftreten.

Differenzialdiagnose

Womit wird das Tarsaltunnelsyndrom häufig verwechselt?

Einige Patienten haben möglicherweise auch eine Fehldiagnose erhalten. Das Tarsaltunnelsyndrom wird am häufigsten mit folgenden Erkrankungen verwechselt:

  • Plantarfasziitis und Fersensporn: Beide verursachen Schmerzen an der Fußsohle. Der Unterschied liegt im Beschwerdemuster: Bei der Plantarfasziitis treten die Schmerzen vor allem beim ersten Auftreten nach Ruhephasen auf, beim Tarsaltunnelsyndrom nehmen sie in Ruhe und nachts zu und gehen mit Kribbeln und Taubheit einher.
  • Polyneuropathie: Eine allgemeine Nervenerkrankung, etwa bei Diabetes, verursacht ähnliche Missempfindungen – dann jedoch meist an beiden Füßen und strumpfförmig an den Unterschenkeln verteilt, nicht auf das Versorgungsgebiet des Nervus tibialis begrenzt.
  • Proximale Kompression des Nervus tibialis: Ein häufiger diagnostischer Stolperstein: Eine Einklemmung des Nervs im oberen Wadenbereich (an der sogenannten Soleus-Arkade) kann die Beschwerden eines Tarsaltunnelsyndroms täuschend imitieren. Wird diese Engstelle übersehen, bleibt eine Operation am Tarsaltunnel ohne Ergebnis.

Eine sorgfältige klinische Untersuchung sorgt für eine differenzierte Einschätzung und damit die richtige Diagnose. Beim Tinel-Test beklopfe ich den Nervenverlauf hinter dem Innenknöchel: Ein elektrisierendes Kribbeln in der Fußsohle gilt als positives Zeichen. Bestätigt wird die Diagnose durch Messung der Nervenleitgeschwindigkeit (NLG) und Elektromyographie (EMG). Bildgebende Verfahren wie MRT oder Neurosonographie helfen, raumfordernde Ursachen wie Ganglien oder Tumore im Tarsaltunnel zu identifizieren.

Hinweis für alle Betroffenen

Das Tarsaltunnelsyndrom zählt zu den peripheren Nervenkompressionssyndromen und ist damit gut behandelbar, solange es frühzeitig angegangen wird.

Ihre Beschwerden bleiben trotz Einlagen, Physiotherapie und Medikamenten bestehen?

Das kenne ich aus vielen Beratungsgesprächen. Beim Tarsaltunnelsyndrom kommt es auf den richtigen Zeitpunkt für den Eingriff an. Ich nehme mir Zeit, Ihren aktuellen Befund zu besprechen, und erkläre Ihnen, ob und wann eine Tarsaltunnelsyndrom-Operation für Sie sinnvoll ist.

Präzision im Detail

Was steckt hinter dem mikrochirurgischen OP-Verfahren?

Der Grundsatz, den ich bei der Tarsaltunnelsyndrom-OP verfolge, ist eindeutig: Ich entlaste den Nerven, ohne ihn zu verletzen. Dazu wird das Retinaculum flexorum, das straffe Halteband über dem Tarsaltunnel, chirurgisch gespalten (Dekompression). Damit wird der Druck auf den Nervus tibialis und seine beiden Endäste (Nervus plantaris medialis und lateralis) dauerhaft aufgehoben. Die Durchtrennung des Haltebandes verursacht keine funktionellen Beeinträchtigungen am Fuß.

Auf eine sogenannte innere Neurolyse, bei der zusätzlich die innere Nervenhülle unter dem Mikroskop geöffnet wird, verzichte ich bewusst: Dieser Schritt kann den Schmerz sogar verschlimmern. Ich beschränke mich daher auf die äußere Dekompression – die Wahl der Technik hat direkten Einfluss auf das postoperative Ergebnis.

Ich führe diesen Eingriff mikrochirurgisch durch. Das Operationsmikroskop oder die Lupenbrille ermöglichen mir, den Nerv mit seinen Aufzweigungen vergrößert darzustellen und die begleitenden Arterien und Venen im Tarsaltunnel mit ihren Querverbindungen sorgfältig zu schonen – eine Verletzung dieser Gefäße könnte zu Durchblutungsstörungen im Fuß führen. Allen voran bei atypischen anatomischen Verläufen ist diese Sorgfalt ausschlaggebend für den Erfolg.

Wie läuft die Tarsaltunnelsyndrom-OP ab?

Die Tarsaltunnelsyndrom-OP ist ein vergleichsweise kleiner Eingriff, der in unkomplizierten Fällen unter einer Stunde dauert. Dennoch ist es mir wichtig, Ihnen den Ablauf so transparent wie möglich zu erklären.

1.

Vorbereitungen und Narkose

Der Eingriff wird in der Regel in einer Kurznarkose (Vollnarkose) durchgeführt. Alternativ sind eine Larynxmaskennarkose oder ein sogenannter Fußblock (regionale Betäubung des gesamten Fußes) möglich. Sie werden vorab gründlich aufgeklärt, welche Variante für Sie am besten geeignet ist.

2.

Hautschnitt und Zugang

Ich setze einen bogenförmigen Schnitt auf der Innenseite des Sprunggelenks, direkt hinter dem Innenknöchel, wo der Tarsaltunnel bindegewebig und knöchern begrenzt wird.

3.

Darstellung des Nervs unter dem Mikroskop

Der Nervus tibialis wird unter Vergrößerung aufgesucht und sein Verlauf im Tarsaltunnel bis zu seinen Endästen vollständig dargestellt. Wegen der anatomischen Varianz und der eng benachbarten Gefäße ist dieser Schritt besonders sorgfältig durchzuführen.

4.

Spaltung des Retinaculum flexorum und Dekompression

Ich durchtrenne das Retinaculum flexorum vollständig an der Stelle, wo der Nerv eingeklemmt wird. Damit wird der mechanische Druck dauerhaft aufgehoben. Bei Bedarf entferne ich zusätzlich raumfordernde Strukturen wie Ganglien, vernarbtes Gewebe oder erweiterte Venen.

5.

Wundverschluss und Drainage

Nach der Nervenentlastung wird die Wunde vernäht und ein fester Verband angelegt. In einigen Fällen verbleibt kurzzeitig eine Saugdrainage für etwa 24 Stunden, um das Risiko eines postoperativen Blutergusses (Hämatom) zu verringern.

Wie kann der Schmerz endlich nachlassen?

Nach einer erfolgreichen Tarsaltunnelsyndrom-Operation berichten viele meiner Patienten, dass die brennenden Schmerzen und das Kribbeln in der Fußsohle spürbar nachlassen – wohingegen die Verbesserung einer begleitenden Taubheit deutlich mehr Zeit benötigt. Gerne berate ich Sie zu Ihren persönlichen Heilungschancen.

Heilung mit Geduld

Wie sieht die Nachsorge nach der Tarsaltunnelsyndrom-OP aus?

Die Nachbehandlung ist überschaubar, verlangt aber Geduld: Anders als bei Nerveneingriffen an der oberen Extremität – etwa der Ulnarisrinnensyndrom-OP am Ellenbogen – wird das Operationsgebiet am Fuß bei jedem Schritt mechanisch belastet. Eine konsequente Nachsorge schützt das Ergebnis. Die Wundheilung dauert 2 bis 3 Wochen, die Krankschreibung beträgt typischerweise 4 bis 6 Wochen.

Fuß in Unterschenkelorthese während der Heilungsphase nach der Tarsaltunnelsyndrom-OP

Erste Tage nach der Tarsaltunnelsyndrom-OP

Die unmittelbare Erholungsphase verläuft bei den meisten Patienten unkompliziert. Im Vordergrund stehen Wundversorgung und die konsequente Hochlagerung des Beines, um Schwellungen und das Risiko eines Blutergusses zu verringern. Kühlende Maßnahmen können ergänzend eingesetzt werden. Sofern eine Drainage eingesetzt wurde, verbleibt diese etwa einen Tag.

Erste zwei bis drei Wochen nach dem Eingriff

In dieser Phase steht die Schonung des Operationsbereichs im Vordergrund. Der Fuß wird entlastet (Mobilisation an Unterarm-Gehstützen), kann aber in bestimmten Situationen auch in einer Unterschenkelorthese unter Teilbelastung ruhiggestellt werden – das beugt Vernarbungen und Wundheilungsstörungen im Operationsgebiet vor, die ihrerseits den Nerv erneut einengen könnten. Die Fäden werden nach etwa 2 Wochen gezogen, anschließend beginnen leichte Bewegungsübungen. Bei überwiegend sitzender Tätigkeit ist der Wiedereinstieg in den Beruf oft schon nach 2 bis 3 Wochen möglich.

Ab vier bis sechs Wochen nach der Tarsaltunnelsyndrom-OP

Ab diesem Zeitpunkt steigt die Belastbarkeit deutlich an. Die aktive Physiotherapie unterstützt die Nervenerholung: Zehenspreizübungen aktivieren die vom Nervus tibialis versorgte Muskulatur, Wadendehnungen wirken Verkürzungen entgegen, das Fußgewölbetraining (z. B. ein Handtuch mit den Zehen zusammenraffen) kräftigt den Fuß, und Lymphdrainage reduziert Restschwellungen. Leichte sportliche Aktivität wie Joggen kann frühestens jetzt und nur bei Beschwerdefreiheit wieder aufgenommen werden; körperlich anstrengende Berufe erfordern die vollen 4 bis 6 Wochen Schonung.

Wie schnell die Missempfindungen zurückgehen, hängt davon ab, wie lange die Einklemmung bestanden hat. Die Nervenregeneration verläuft deutlich langsamer als die Wundheilung und benötigt häufig 6 bis 12 Monate. Bei frühzeitig operierten Patienten bilden sich die Missempfindungen oft innerhalb weniger Wochen bis Monate zurück. Länger bestehende Nervenschäden benötigen mehr Zeit zur Regeneration – eine seit Jahren bestehende Taubheit bildet sich hingegen häufig nicht mehr vollständig zurück. Wichtig ist zudem, die ursprüngliche Ursache zu beheben: Bei einem Knick-Senkfuß als Auslöser sind langfristig Einlagen oder eine Korrektur der Fehlstellung nötig, da sonst das Rezidivrisiko erhöht bleibt.

Tarsaltunnelsyndrom-OP auf einen Blick: von der konservativen Therapie bis zur Nervenregeneration

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Häufig gestellte
Fragen & Antworten zur Tarsaltunnelsyndrom-OP

Die folgenden Antworten dienen der ersten Orientierung und ersetzen keine individuelle ärztliche Beratung. Gerne bespreche ich Ihren konkreten Fall in einem persönlichen Gespräch.

Wie lange dauert die Tarsaltunnelsyndrom-OP?

Unkomplizierte Fälle lassen sich in unter einer Stunde abschließen. Müssen zusätzlich Ganglien, Tumore oder Narbengewebe entfernt werden, verlängert sich die Operationszeit entsprechend. Der gesamte Aufenthalt inklusive Vorbereitung und Nachüberwachung umfasst bei ambulanter Durchführung typischerweise einen halben Tag. Im Vorgespräch erläutere ich Ihnen den zu erwartenden Zeitrahmen.

Bleibt der Nerv dauerhaft komprimiert, können sich die Beschwerden chronifizieren: Der Schmerz verankert sich zentralnervös (sog. Schmerzgedächtnis) und spricht dann auf einen Eingriff deutlich schlechter an. Zudem kann bei fortgeschrittenem Verlauf die kleine Fußmuskulatur schwinden (Atrophie), was Zehenstellung und Gangbild dauerhaft beeinträchtigt. Mit zunehmender Dauer der Nervenkompression sinken die Heilungsaussichten. Ich rate daher allen Patienten, die trotz konservativer Behandlung keine Besserung erfahren, das Thema Operation offen zu prüfen, bevor sich der Schaden festsetzt.

Der Eingriff kann häufig ambulant erfolgen, sodass Sie am selben Tag nach Hause können. Aufgrund der möglichen Hämatombildung (Bluterguss) und der anfangs engmaschig notwendigen Wundkontrolle – insbesondere wenn eine Drainage eingelegt wurde – kann sich jedoch ein kurzstationärer Aufenthalt empfehlen. Die Entscheidung hängt vom Umfang des Eingriffs und Ihren individuellen Gesundheitsfaktoren ab.

Bei gesicherter Diagnose erreichen etwa 70 Prozent der Patienten eine deutliche Schmerzbesserung; in Studien mit kurzer Symptomdauer und klarer Raumforderung werden Raten von bis zu 90 Prozent beschrieben. Der Zeitpunkt der Operation ist dabei ein zentraler Prognosefaktor: Ein frühzeitig entlasteter Nerv hat deutlich bessere Heilungsaussichten als ein jahrelang eingeklemmter.

Wie bei jedem Eingriff bestehen allgemeine Risiken wie Wundheilungsstörungen oder Bluterguss. Spezifische Risiken sind eine erneute Vernarbung, die den Nerv wieder einengen kann, eine Verletzung der eng benachbarten Gefäße sowie eine unvollständige Nervenregeneration bei bereits langfristig geschädigten Nerven. Ich arbeite mikrochirurgisch, um diese Risiken so gering wie möglich zu halten, und gebe Ihnen vorab eine realistische Einschätzung zu den Erfolgschancen in Ihrem individuellen Fall.

Bei überwiegend sitzenden Tätigkeiten ist der Wiedereinstieg in vielen Fällen nach 2 bis 3 Wochen möglich. Körperlich anspruchsvollere Berufe erfordern eine längere Schonung von etwa 4 bis 6 Wochen, da das Operationsgebiet am Fuß bei jedem Schritt belastet wird.

Bei einer OP am linken Fuß und Automatikgetriebe kann das Autofahren nach etwa 2 bis 3 Wochen möglich sein. Bei einer Operation am rechten Fuß sollten mindestens 4 bis 6 Wochen vergehen, bis der Fuß wieder voll belastbar ist. Die Freigabe erfolgt nach individueller Beurteilung der Heilung.

Das hängt stark davon ab, wie lange der Nerv eingeklemmt war. Die Wundschmerzen klingen in der Regel ab der zweiten Woche deutlich ab. Bei frühzeitig behandelten Patienten bilden sich die Missempfindungen oft innerhalb weniger Wochen bis Monate zurück; erste spürbare Verbesserungen der Nervenfunktion zeigen sich häufig ab dem sechsten Monat. Länger bestehende Schäden benötigen mehr Zeit – Taubheitsgefühle können in Einzelfällen auch ohne vollständige Besserung bestehen bleiben.

Ein Rückfall ist selten, aber möglich – etwa wenn Narbengewebe den Nerv erneut einengt oder wenn die ursprüngliche Ursache wie eine Fußfehlstellung (Knick-Senkfuß) nicht korrigiert wurde. Konsequente Nachbehandlung mit Einlagen und Physiotherapie verringert die Rezidivgefahr. Ich bespreche mit Ihnen im Vorfeld, welche Faktoren in Ihrem Fall das Rezidivrisiko beeinflussen.

Bei gesicherter Diagnose und nach Ausschöpfung konservativer Maßnahmen übernehmen gesetzliche und private Krankenkassen in der Regel die Kosten der Operation. Die Erstattung umfasst üblicherweise auch die Nachbehandlung einschließlich Physiotherapie.