Ihr Neurochirurg in Hamburg – Facharztpraxis für spezialisierte Schmerztherapie

Vorfußschmerzen gezielt behandeln

Morton-Neurom-OP: Wenn konservative Behandlungen nicht helfen

Die Diagnose Morton-Neurom steht, doch Einlagen, breitere Schuhe und Kortison-Injektionen bringen keine dauerhafte Besserung? Brennende, einschießende Schmerzen im Fußballen, das Gefühl, auf einem kleinen Stein zu laufen, und Taubheit zwischen den Zehen machen jeden Schritt zur Belastung. Als Neurochirurg mit dem Schwerpunkt der peripheren Nervenchirurgie biete ich Ihnen einen operativen Weg: Ich befreie den eingeklemmten Zehennerv gezielt von Druck oder entferne den verdickten Nervenabschnitt, mit dem Ziel, Ihre Schmerzen dauerhaft zu lindern.

Spezialisierte Nervenchirurgie

Beim Morton-Neurom ist ein Nerv die Ursache der Schmerzen. Deshalb prüfe ich zuerst, ob sich der Nerv durch eine Entlastung erhalten lässt. Ist eine Entfernung nötig, kürze ich ihn unter optischer Vergrößerung an der richtigen Stelle, um das Risiko eines schmerzhaften Stumpfneuroms zu senken.

Umfassende Aufklärung

Vor dem Eingriff nehme ich mir bewusst Zeit für Sie. Wir besprechen, ob sich Ihr Nerv durch eine Dekompression erhalten lässt oder eine Entfernung sinnvoller ist, wie lange die Morton-Neurom-OP dauert und was Sie in den Wochen danach erwartet.

Schmerz lindern, mobil bleiben

Mein Ziel ist, dass Sie wieder ohne Vorfußschmerzen gehen können. Der Eingriff erfolgt in der Regel ambulant, im Verbandschuh dürfen Sie den Fuß meist schon ab dem ersten Tag belasten. Die Wunde ist nach rund zwei Wochen verheilt.

Wissen kompakt

Eckdaten zur Morton-Neurom-OP

Eine Morton-Neurom-OP kommt infrage, wenn Einlagen, Schuhwechsel und Kortison-Injektionen nach drei bis sechs Monaten keine ausreichende Besserung erzielt haben. Ab einer Neuromgröße von etwa 6 bis 7 mm ist eine konservative Therapie nur noch selten erfolgreich. Zwei Verfahren stehen zur Wahl: die nervenerhaltende Dekompression bei kleineren Befunden und die Neurektomie (Entfernung des verdickten Nervenabschnitts) bei größeren Neuromen. Der Eingriff dauert etwa 30 bis 45 Minuten und erfolgt in der Regel ambulant. Im Verbandschuh ist der Fuß meist ab dem ersten Tag voll belastbar; die Wundheilung dauert rund zwei Wochen, die gesamte Genesung 4 bis 8 Wochen. Die Erfolgsrate liegt bei 80 bis 90 % für die Neurektomie und bei 60 bis 85 % für die Dekompression; die Rezidivrate nach Neurektomie beträgt rund 4 %.

Der richtige Zeitpunkt

Wann ist die Morton-Neurom-OP sinnvoll?

Zu mir kommen Patienten, bei denen konservative Behandlungsversuche wie breitere Schuhe mit flachem Absatz, Einlagen mit einer Pelotte zur Entlastung des Vorfußes oder Kortison-Injektionen keine ausreichende oder dauerhafte Wirkung gezeigt haben. Kortison wirkt abschwellend und entzündungshemmend, der Effekt lässt bei wiederholter Anwendung aber nach.

Bleiben die Beschwerden nach drei bis sechs Monaten konsequenter konservativer Therapie bestehen, kommt eine Operation als nächster Schritt infrage. Folgende Zeichen sprechen für eine Morton-Neurom-OP:

  • Anhaltende Schmerzen im Vorfuß trotz Einlagen, Schuhwechsel und Injektionen über drei bis sechs Monate
  • Brennende, einschießende Schmerzen, die in zwei benachbarte Zehen ausstrahlen und beim Gehen in geschlossenen Schuhen zunehmen
  • Taubheitsgefühl oder Kribbeln zwischen den betroffenen Zehen, das den Alltag spürbar beeinträchtigt
  • Ein per Ultraschall oder MRT gesichertes Neurom ab einer Größe von etwa 6 bis 7 mm, bei der konservative Maßnahmen selten ausreichen
  • Nachlassende Wirkung wiederholter Kortison-Injektionen
  • Deutliche Einschränkungen im Alltag, etwa beim Gehen, bei langem Stehen im Beruf oder beim Sport

Wichtig

Wer bereits seit Monaten stark eingeschränkt ist, profitiert von weiterem Abwarten selten. Häufig wiederholte Kortison-Injektionen können zudem das schützende Fettpolster der Fußsohle schädigen. Deshalb rate ich, die Operation offen zu prüfen, sobald die konservativen Möglichkeiten ausgeschöpft sind.

Grundlagen verstehen

Was ist ein Morton-Neurom?

Ein Morton-Neurom, auch Morton-Neuralgie, Morton-Metatarsalgie oder intermetatarsales Neurom genannt, ist eine schmerzhafte Verdickung eines Zehennervs im Vorfuß. Am häufigsten liegt sie im dritten Zwischenzehenraum zwischen dem dritten und vierten Mittelfußknochen, seltener im zweiten. Betroffen ist ein sensibler Nerv, der die einander zugewandten Seiten zweier benachbarter Zehen versorgt.

Trotz der Bezeichnung „Neurom“ handelt es sich nicht um einen Tumor, sondern um ein Nervenkompressionssyndrom: Der Nerv wird unter dem queren Mittelfußband zwischen den Mittelfußköpfchen immer wieder gequetscht. Darauf reagiert seine bindegewebige Hülle mit Vernarbung und Verdickung (Fibrose). Damit gehört das Morton-Neurom zu den Erkrankungen, die ich im Rahmen der peripheren Nervenchirurgie behandle.

Häufige Ursachen des Morton-Neuroms

Die Erkrankung entsteht durch wiederholten mechanischen Druck auf den Nerv an seiner engsten Stelle, dem Durchtritt unter dem queren Mittelfußband. Folgende Faktoren erhöhen diesen Druck:

  • Enge Schuhe und hohe Absätze, die den Vorfuß zusammenpressen und das Körpergewicht auf den Fußballen verlagern
  • Spreizfuß und andere Fußfehlstellungen, bei denen die Mittelfußköpfchen stärker belastet werden
  • Wiederholte Belastung des Vorfußes, etwa beim Laufen, bei Sprungsportarten oder in Berufen mit viel Stehen und Gehen
  • Entzündete, verdickte Schleimbeutel zwischen den Mittelfußköpfchen, die zusätzlich auf den Nerv drücken
  • Verletzungen oder Narben im Bereich des Vorfußes

Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer, meist im Alter zwischen 40 und 60 Jahren. Als wichtiger Grund gilt enges Schuhwerk mit hohem Absatz.

Typische Symptome des Morton-Neuroms

Die Beschwerden beginnen oft schleichend und treten anfangs nur in engen Schuhen auf. Typisch sind:

  • Brennende oder stechende Schmerzen im Fußballen, meist zwischen dem dritten und vierten Zeh
  • Elektrisierende Schmerzen, die in die beiden angrenzenden Zehen ausstrahlen
  • Ein Fremdkörpergefühl, als ob ein kleiner Stein im Schuh oder eine Falte in der Socke unter dem Fußballen läge
  • Taubheitsgefühl oder Kribbeln an den einander zugewandten Seiten der betroffenen Zehen
  • Linderung beim Ausziehen der Schuhe, beim Barfußlaufen oder beim Massieren des Vorfußes

Klinische Untersuchung des Vorfußes zur Diagnostik des Morton-Neuroms

Hinweis für alle Betroffenen

Kennen Sie das? Nach einem langen Tag ziehen Sie den Schuh aus, massieren den Fußballen, und der Schmerz lässt fast sofort nach. Genau dieses Muster ist typisch für ein Morton-Neurom: Im engen Schuh wird der Nerv zwischen den Mittelfußköpfchen zusammengepresst, ohne Schuh hat er wieder Platz. Wie Nervenschmerzen grundsätzlich entstehen und warum sie sich anders anfühlen als Gelenk- oder Muskelschmerzen, erkläre ich an anderer Stelle ausführlich.

Differenzialdiagnose

Womit wird das Morton-Neurom häufig verwechselt?

Vorfußschmerzen haben viele Ursachen, und nicht jeder Schmerz im Fußballen geht auf ein Morton-Neurom zurück. Am häufigsten wird es mit folgenden Erkrankungen verwechselt:

  • Überlastung der Mittelfußköpfchen bei Spreizfuß: Hier sitzt der Schmerz direkt unter dem Knochen. Beim Morton-Neurom liegt er dagegen zwischen den Mittelfußköpfchen und strahlt in die Zehen aus.
  • Ermüdungsbruch eines Mittelfußknochens: Eine Stressfraktur verursacht einen punktuellen Druckschmerz auf dem Knochen und oft eine Schwellung am Fußrücken, aber kein Taubheitsgefühl in den Zehen.
  • Entzündung eines Zehengrundgelenks oder Schleimbeutels: Beide verursachen Schmerzen und Schwellungen im Vorfuß und können ein Neurom begleiten oder nachahmen.
  • Einklemmung des Schienbeinnervs am Innenknöchel: Beim Tarsaltunnelsyndrom betreffen die Missempfindungen die gesamte Fußsohle und nehmen häufig in Ruhe und nachts zu.
  • Nervenwurzelreizung oder Polyneuropathie: Ein Bandscheibenvorfall an der Lendenwirbelsäule kann Missempfindungen bis in den Fuß auslösen, eine Polyneuropathie betrifft meist beide Füße strumpfförmig. In beiden Fällen sind die Beschwerden nicht auf einen Zwischenzehenraum begrenzt.

Entscheidend für die richtige Diagnose ist eine sorgfältige klinische Untersuchung. Beim Mulder-Test drücke ich den Vorfuß seitlich zusammen und übe gleichzeitig Druck auf den betroffenen Zwischenzehenraum aus: Ein tastbares oder hörbares Klicken (Mulder-Click) zusammen mit dem typischen, in die Zehen ausstrahlenden Schmerz spricht für ein Morton-Neurom. Ultraschall oder MRT sichern die Diagnose und zeigen die Größe der Verdickung, eine wichtige Grundlage für die Wahl des Operationsverfahrens. Eine Testinjektion mit einem örtlichen Betäubungsmittel kann zusätzlich bestätigen, dass der Schmerz tatsächlich von diesem Nerv ausgeht.

Hinweis für alle Betroffenen

Das Morton-Neurom zählt zu den peripheren Nervenkompressionssyndromen und ist gut behandelbar, sofern die Diagnose gesichert ist und die Vorfußschmerzen eindeutig dem Nerv zugeordnet werden können.

Ihre Vorfußschmerzen bleiben trotz Einlagen und Injektionen bestehen?

Das kenne ich aus vielen Beratungsgesprächen. Beim Morton-Neurom kommt es darauf an, das passende Verfahren zum richtigen Zeitpunkt zu wählen. Ich nehme mir Zeit, Ihren aktuellen Befund zu besprechen, und erkläre Ihnen, ob und in welcher Form eine Morton-Neurom-Operation für Sie sinnvoll ist.

Zwei bewährte Verfahren

Welche OP-Verfahren gibt es beim Morton-Neurom?

Für die Operation am Morton-Neurom, häufig auch als Morton-Neuralgie-Operation bezeichnet, stehen zwei bewährte Verfahren zur Verfügung: die nervenerhaltende Dekompression und die Neurektomie, also die Entfernung des verdickten Nervenabschnitts. Mein Grundsatz als Nervenchirurg lautet: Wo es der Befund zulässt, erhalte ich den Nerv. Welches Verfahren in Ihrem Fall sinnvoll ist, hängt vor allem von der Größe des Neuroms, der Dauer Ihrer Beschwerden und Ihren persönlichen Prioritäten ab. Beide Eingriffe führe ich unter optischer Vergrößerung durch, um den Nerv und die benachbarten Gefäße präzise darzustellen.

Dekompression: Entlastung unter Erhalt des Nervs

Bei der Dekompression, auch Neurolyse genannt, bleibt der Nerv erhalten. Ich durchtrenne das tiefe quere Mittelfußband (Ligamentum metatarsale transversum profundum), das den Nerv zwischen den Mittelfußköpfchen einengt, und löse ihn aus dem umgebenden Narbengewebe. Der Vorteil: Das Gefühl in den Zehen bleibt erhalten.

Die Dekompression eignet sich vor allem für kleinere Neurome bis zu einem Durchmesser von etwa 8 mm und erreicht Erfolgsraten von etwa 60 bis 85 %. Reicht die Entlastung nicht aus, kann in einem zweiten Schritt immer noch eine Neurektomie folgen.

Neurektomie: Entfernung des verdickten Nervenabschnitts

Bei größeren Neuromen oder wenn eine Entlastung nicht ausreicht, ist die Neurektomie (auch Nervenresektion) das Verfahren der Wahl. Sie gilt in der Fußchirurgie als Standardverfahren und erreicht Erfolgsraten von 80 bis 90 %. Dabei entferne ich den krankhaft veränderten Nervenabschnitt einschließlich der Verdickung. Den Zugang wähle ich in der Regel über den Fußrücken, seltener über die Fußsohle. Der Weg über den Fußrücken hat den Vorteil, dass keine Narbe in der Belastungszone der Fußsohle entsteht und die Wunde schneller abheilt.

Für den langfristigen Erfolg ist entscheidend, an welcher Stelle der Nerv gekürzt wird. Ich trenne ihn ausreichend weit körpernah ab, sodass der verbleibende Nervenstumpf außerhalb der Belastungszone des Fußballens liegt. Das senkt das Risiko eines Stumpfneuroms, also einer erneuten schmerzhaften Nervenverdickung am Schnittende.

Nach einer Neurektomie bleibt ein dauerhaftes Taubheitsgefühl an den einander zugewandten Seiten der beiden betroffenen Zehen zurück. Die meisten Patienten empfinden diese kleine Gefühlsminderung nicht als störend, weil für sie die Schmerzlinderung im Vordergrund steht. Welches Verfahren für Sie das richtige ist, entscheiden wir gemeinsam auf Grundlage Ihres Befunds.

Steriles Instrumentarium für die Morton-Neurom-OP

Wie läuft die Morton-Neurom-OP ab?

Die Morton-Neurom-OP ist ein vergleichsweise kleiner Eingriff, der in der Regel 30 bis 45 Minuten dauert und ambulant erfolgt. Damit Sie wissen, was Sie erwartet, erkläre ich Ihnen den Ablauf Schritt für Schritt.

1.

Vorbereitung und Narkose

Vor dem Eingriff wird die genaue Lage und Größe des Neuroms bildgebend bestimmt. Ein Ultraschall reicht häufig aus, bei unklarem Befund liefert ein MRT zusätzliche Sicherheit. Die Operation erfolgt mit einem Fußblock (örtliche Betäubung des gesamten Fußes), in einer Spinalanästhesie oder in einer Kurznarkose (Vollnarkose). Der Fußblock ermöglicht meist die schnellste Entlassung. Wer den Eingriff nicht wach erleben möchte, kann ihn in Kurznarkose durchführen lassen. Vorab besprechen wir, welche Variante für Sie am besten geeignet ist und ob Sie nüchtern erscheinen müssen.

2.

Blutsperre und Hautschnitt

Der Eingriff findet unter Blutsperre statt, damit das Operationsfeld übersichtlich bleibt. Ich setze einen etwa 2 bis 3 cm langen Schnitt auf dem Fußrücken, direkt über dem betroffenen Zwischenzehenraum.

3.

Darstellung des Nervs

Unter Lupenbrillenvergrößerung schiebe ich das Gewebe zwischen den Mittelfußköpfchen behutsam zur Seite und durchtrenne das quere Mittelfußband. Ein leichter Druck auf die Fußsohle drängt das Neurom nach oben, sodass der Nerv mit seiner Verdickung vollständig sichtbar wird.

4.

Entfernung oder Entlastung des Nervs

Je nach gewähltem Verfahren belasse ich den Nerv und befreie ihn von allen einengenden Strukturen (Dekompression), oder ich entferne den verdickten Nervenabschnitt und kürze den Nerv dabei ausreichend weit körpernah (Neurektomie). Ein vergrößerter Schleimbeutel zwischen den Mittelfußköpfchen wird bei Bedarf mit entfernt.

5.

Wundverschluss und Verband

Zum Abschluss verschließe ich die Wunde mit feinen Nähten oder Wundverschlussstreifen und lege einen Kompressionsverband an. Sie erhalten einen Verbandschuh mit fester Sohle und können in der Regel wenige Stunden nach dem Eingriff nach Hause gehen.

Wie schnell lassen die Beschwerden nach?

Bei vielen Betroffenen lässt der typische, in die Zehen ausstrahlende Nervenschmerz nach der Morton-Neurom-Operation spürbar nach, während die Wundheilung noch etwas Geduld erfordert. Gerne berate ich Sie zu Ihren persönlichen Erfolgsaussichten und zu dem Verfahren, das für Sie infrage kommt.

Nach dem Eingriff

Wie sieht die Nachsorge nach der Morton-Neurom-OP aus?

Die Nachbehandlung ist überschaubar: Im Verbandschuh dürfen Sie den Fuß in der Regel ab dem ersten Tag voll belasten. Die Wundheilung dauert rund zwei Wochen, die gesamte Genesung 4 bis 8 Wochen. Eine Rehabilitation oder Physiotherapie ist in den meisten Fällen nicht notwendig.

Fuß im Verbandschuh während der Heilungsphase nach der Morton-Neurom-OP

Erste Tage nach der Morton-Neurom-OP

In den ersten Tagen stehen Wundruhe und Abschwellen im Vordergrund. Lagern Sie den Fuß so oft wie möglich hoch und kühlen Sie ihn regelmäßig, etwa dreimal täglich für rund zehn Minuten. Kurze Wege im Verbandschuh sind ausdrücklich erlaubt, längere Gehstrecken sollten Sie in dieser Phase noch vermeiden.

Erste zwei Wochen nach dem Eingriff

Bis zum Abschluss der Wundheilung tragen Sie den Verbandschuh. Die Wunde wird regelmäßig kontrolliert, eventuelle Nähte werden nach etwa zwei Wochen entfernt. Bei überwiegend sitzender Tätigkeit ist der Wiedereinstieg in den Beruf häufig schon nach wenigen Tagen bis zwei Wochen möglich.

Ab der dritten Woche nach der Morton-Neurom-OP

Nach der Wundheilung können die meisten Patienten wieder eigene Schuhe mit fester Sohle und weichem Oberleder tragen. Die Belastbarkeit steigt Schritt für Schritt an, sportliche Aktivitäten sind in der Regel nach etwa 6 Wochen wieder möglich. Berufe mit hoher Steh- oder Laufbelastung erfordern meist eine Pause von 6 bis 8 Wochen. Etwa 6 Wochen nach dem Eingriff findet die klinische Nachkontrolle statt. Weiterführende Informationen rund um Nervenerkrankungen und ihre Behandlung finden Sie in meinem Ratgeber Neurochirurgie.

Eine leichte Schwellung des Vorfußes kann noch zwei bis drei Monate bestehen bleiben, beeinträchtigt die Funktion aber nicht wesentlich. Nach einer Neurektomie bleibt die beschriebene Gefühlsminderung zwischen den betroffenen Zehen dauerhaft bestehen, nach einer Dekompression erholt sich der entlastete Nerv schrittweise. Wichtig ist zudem, die ursprüngliche Ursache zu berücksichtigen: Schuhe mit ausreichend Platz im Vorfuß und flachem Absatz schützen das Ergebnis langfristig.

Morton-Neurom-OP auf einen Blick: OP-Dauer, ambulante Durchführung, Belastung ab Tag 1, Wundheilung sowie Erfolgs- und Rezidivrate der Neurektomie

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Häufig gestellte Fragen & Antworten zur Morton-Neurom-OP

Die folgenden Antworten dienen der ersten Orientierung und ersetzen keine individuelle ärztliche Beratung. Gerne bespreche ich Ihren konkreten Fall in einem persönlichen Gespräch.

Wie lange dauert die Morton-Neurom-OP?

Der Eingriff selbst dauert in der Regel 30 bis 45 Minuten. Inklusive Vorbereitung, Narkose und Nachüberwachung sollten Sie bei ambulanter Durchführung etwa einen halben Tag einplanen. Im Vorgespräch erläutere ich Ihnen den zu erwartenden Zeitrahmen.

Ein Morton-Neurom ist gutartig und entartet nicht. Bleibt der Druck auf den Nerv jedoch bestehen, nehmen Verdickung und Beschwerden häufig zu: Die Schmerzen treten dann nicht mehr nur in engen Schuhen auf, sondern schon auf kurzen Wegen, und das Taubheitsgefühl in den Zehen kann sich ausweiten. Viele Betroffene verändern unbewusst ihr Gangbild, um den Vorfuß zu schonen. Ich rate daher, das Thema Operation offen zu prüfen, wenn Einlagen und Injektionen keine dauerhafte Besserung bringen.

In der Regel gar nicht: Die Operation erfolgt ambulant, und Sie können wenige Stunden nach dem Eingriff nach Hause gehen. In Einzelfällen, etwa bei erhöhter Neigung zu Blutergüssen, kann ein kurzer stationärer Aufenthalt von ein bis zwei Tagen sinnvoll sein. Ein längerer Krankenhausaufenthalt ist nicht erforderlich.

Üblich sind ein Fußblock (örtliche Betäubung des gesamten Fußes), eine Spinalanästhesie oder eine Kurznarkose. Der Fußblock erlaubt meist die schnellste Entlassung. Die Wahl hängt vom Befund, vom geplanten Verfahren und von Ihren Wünschen ab.

Die Neurektomie erreicht Erfolgsraten von 80 bis 90 %, in Nachuntersuchungen ist die große Mehrheit der operierten Patienten mit dem Ergebnis zufrieden. Die stärkste Verbesserung betrifft die Schmerzen bei Alltagsaktivitäten. Die Dekompression erzielt etwas niedrigere Raten von etwa 60 bis 85 %, bietet aber den Vorteil, dass das Gefühl in den Zehen erhalten bleibt.

Wie bei jedem Eingriff bestehen allgemeine Risiken wie Wundheilungsstörungen, Infektionen oder ein Bluterguss. Die häufigste Folge einer Neurektomie ist kein Risiko im eigentlichen Sinn, sondern das erwartbare Taubheitsgefühl zwischen den betroffenen Zehen. Selten bildet sich ein schmerzhaftes Stumpfneurom. Durch eine sorgfältige Operationstechnik halte ich dieses Risiko so gering wie möglich.

Das hängt von Ihrer beruflichen Belastung ab. Bei überwiegend sitzender Tätigkeit ist der Wiedereinstieg oft schon nach wenigen Tagen bis zwei Wochen möglich. Stehende oder laufintensive Berufe erfordern meist eine Pause von 6 bis 8 Wochen, bis der Fuß langes Stehen und Gehen wieder schmerzfrei toleriert.

Bei einer Operation am linken Fuß und einem Fahrzeug mit Automatikgetriebe ist Autofahren oft schon nach kurzer Zeit wieder möglich. Wurde der rechte Fuß operiert, sollten Sie warten, bis Sie wieder normale Schuhe tragen und schmerzfrei kräftig bremsen können, in der Regel nach etwa zwei bis drei Wochen. Die Freigabe erfolgt nach individueller Beurteilung der Heilung.

Nach einer Neurektomie ja: Im betroffenen Zwischenzehenraum entsteht ein dauerhaftes Taubheitsgefühl, das nur einen kleinen Bereich an den angrenzenden Zehen betrifft. Die meisten Patienten empfinden es nicht als störend, weil die starken Schmerzen deutlich nachgelassen haben. Bei einer Dekompression bleibt das Gefühl erhalten.

Nach einer Neurektomie sind echte Rezidive mit rund 4 % selten. Häufiger steckt hinter anhaltenden Beschwerden eine unvollständige Entfernung des Nervs oder eine zusätzliche Ursache der Vorfußschmerzen. Das Risiko eines Stumpfneuroms lässt sich durch eine ausreichende Kürzung des Nervs unter optischer Vergrößerung deutlich verringern.

Ab einer Neuromgröße von etwa 6 bis 7 mm sind die Erfolgschancen einer konservativen Therapie gering. Kleinere Verdickungen lassen sich oft mit Einlagen und Injektionen beherrschen. Die Größe wird per Ultraschall oder MRT bestimmt und fließt in unsere gemeinsame Entscheidung über das weitere Vorgehen ein.

Bei gesicherter Diagnose und nach Ausschöpfung konservativer Maßnahmen übernehmen gesetzliche und private Krankenkassen in der Regel die Kosten der Operation.